Friday, May 11, 2012

Bedarfsweckung

Ich finde ja, dass ein Unwort des Jahres eigentlich zu wenig ist. Mir fällt eigentlich ständig ein Wort ein, dass sich als mein persönliches Unwort perfekt eignen würde.
Heute mittag habe ich mich mal wieder dabei ertappt, fleißig Warenkörbe zu füllen, die ich (so hoffe ich wenigstens für meinen Kontostand) niemals abschicken werde. Das Motiv ist vollkommen klar: Ich muss mir all die genialen Dinge, die ich auf den vergangenen Forentreffen sehen und streicheln durfte, irgendwie merken und zumindest das Gefühl haben, dass sie mir ein bisschen gehören.
Da entpuppt sich eine Funktion von Forentreffen, die sich in den Planungsthreads nicht findet, die aber leider eine nicht zu unterschätzende Bedeutung hat: Bedarfsweckung.
Da ich zwar so intelligent bin, prima Vorlagen für kreative Notizen mit Quellen- oder Bezugsangabe zu erstellen, aber traurigerweise nicht intelligent genug, diese auch selbst regelmäßig zu nutzen, habe ich die Namen der meisten unverzichtbaren Scraputensilien schon wieder vergessen, bis ich zu Hause die Tür aufschließe. Ich glaube, das nennt man natürliche Auslese.
Schade nur, dass meine Vergesslichkeit nicht so weit reicht, die Daten komplett aus meinem Arbeitsspeicher zu löschen ! So verbleiben doch noch genug Erinnerungsfragmente erhalten, um mich auf eine zeit- und nervenraubende  (in letzter Konsequenz manchal sogar finanzraubende) Odyssee durch verschiedene Shops zu jagen. Wenn ich auch keine Zyklopen, Skylla oder Charybdis überwinden muss, so ist mein Kampf nicht wesentlich aussichtsreicher als der von Odysseus, denn ich habe einen ganz eigenen Feind: Die Suchmaschinen. Ich will dieses Thema ja nicht ausweiten, aber es hat gute Gründe, dass Suchmaschinen nicht "Findemaschinen" heißen ! Und jede hat so ihre eigenen Tücken. Da hätten wir doch schon wieder ein schönes Unwort ....
Wie dem auch sei, die Bedarfsweckung ist selbst dann stark genug, wenn sie durch mein mangelhaftes Gedächtnis und die nicht funktionierenden Suchmaschinen geschwächt ist. Das einzige Argument, dass mich noch vor dem Ruin retten kann, ist mein Scrapspace, der diesen Namen nicht mehr verdient. Von "space" kann man da nämlich nicht mehr reden.
Naja, und da sind ja nicht nur die Forentreffen als solche ! Nein, es folgt ja noch die Nachlese auf den diversen Blogs der Teilnehmer. Da sehe ich dann plötzlich ein Papier oder ähnliches, das ich vor Ort als nicht schön genug verworfen habe, auf einem Layout wieder und plötzlich ist es genau DAS Papier, das ich unbedingt schon immer haben wollte !
Selbstverständlich ist genau dieses Papier nirgends mehr aufzutreiben oder ich verbringe eine mehr oder minder schlaflose Nacht mit der gedanklichen Suche nach der Firma, der Kollektion und/oder dem Namen des Papiers. Aber selbst, wenn ich die wenigen verbliebenen Fragmente halbwegs erfolgreich zusammengesetzt habe, steht immer noch die Suchmaschinenproblematik zwischen mir und dem nun lebensnotwenigen Papier.
Zur Entschädigung entführt mich dieselbe allerdings wie einst Kirke zu anderen zauberhaften, begehrenswerten Scraputensilien, die aber in letzter Instanz auch nicht mehr in mein Scrapspace passen.
Ein Teufelskreis ...
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5 comments:

  1. Wie wahr wie wahr - du sprichst mir förmlich aus der Seele ;-) diese unbedingt haben wollen - ist ja so was von schlimm und dieses finden müssen - noch mehr - dann wünsche ich uns mal - dass wir mit mehr Gelassenheit an die Sache in Zukunft heran gehen können.
    LG Conny

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  2. Was müssen die anderen zu solchen Treffen auch immer so nette Sächelchen mitbringen, von denen ich bis dato gar nicht wusste, dass es sie gibt. Oder das die teuren Stanzen in Natura sooooo schön sind, das einem der Preis, der einen bisher abgeschreckt hat, auf einmal ganz nebensächlich wird. Eigentlich bin ich es gar nicht schuld, wenn ich mich danach verschulde, da kann ich ja gar nichts dafür :)

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  3. Du sprichst mir aus den Seele !

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  4. Der Schottengatte sagt immer: what's for you, never goes past you!
    Mit anderen Worten: wenn bei mir der "Bedarf" geweckt wird, Wie Du so witzig beschreibst, dann finde ich es entweder sofort und dann ist es für mich bestimmt oder aber ich finde es nicht, dann geht es an mir vorbei! Dieser Leitsatz hat mir im Leben schon so manche "Enttäuschung" extrem weichgespült.
    Bisous aus Frankreich

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