Saturday, August 8, 2009

Traurig

... bin ich heute.
Denn heute musste ich meine Miez einschläfern lassen. Sie hatte einen großen, schnellwachsenden Tumor in der Brust, von dem wir nichts, aber auch gar nichts geahnt haben.
Sie war halt sowieso eher der zurückhaltende Typ und hat immer viel geschlafen. Als sie Mitte der Woche anfing, wenig zu fressen, habe ich mir noch wenig Gedanken gemacht. Ich dachte nur: Ah, mal wieder Zeit für einen Futterwechsel. Als sie nach dem Futterwechsel etwas besser, aber nicht wirklich gut gegessen hat, habe ich mir schon Sorgen gemacht ... sie war mit ihren dreieinhalb Kilo grundsätzlich ziemlich mager und ich habe schon befürchtet, dass die Niereninsuffienz wieder zugeschlagen hat, was einige Infusionen bedeutet hätte.
Heute Morgen hatte sie ganz gut gefressen und ich war recht zufrieden ... bis ich sie in ihrem Domizil , einem alten Schrank in unserer "Rumpelkammer" aufgesucht habe und feststellen musste, dass sie unter Atemnot litt.
Also in den Transportkorb gepackt und in die Tierklinik gefahren, weil unser Tierarzt geschlossen hat.
Beim Abhören konnte die Ärztin auf der rechten Seite keinen Herzschlag hören, auf der linken dafür umso besser. Beim Röntgen wurde dann der immens große Tumor sichtbar, der Herz und Lunge fest im Griff hatte, besonders auf der rechten Seite.
Es gab keine Chance. Operieren, Punktieren, Medikamente, was auch immer - keine Chance. Also haben die Miez und ich noch ein bisschen gekuschelt, aber da Tierarztpraxen immer Stress für sie bedeuten und ihre Atmung immer angestrengter wurde, haben wir sie schnell erlöst und bei meiner Mama im Garten begraben. Dort liegt sie jetzt neben Paul und Silas, ihren Katzenfreunden, und Yvon, dem Hund, der mich durch meine Jugend begeleitet hat.
Sie sah aus, als ob sie ganz friedlich schlafen würde. Nico wollte sie noch einmal ansehen , hat sie gestreichelt und ihr noch ein paar Zettel ins Grab gelegt, auf denen steht, wie lieb er sie hat, und eine Blume daraufgepflanzt.
Heute wird also die erste Nacht seit fast 12 Jahren sein, wo sie NICHT aufs Bett springt und laut schnurrend tretelt, kaum dass wir eingeschlafen sind. Morgen früh keine quer vor die Tür drapierte Miez, damit auch ja keiner aufsteht, ohne sie zu streicheln.
Ich weiß noch, wie ich sie von ihrer Vorbesitzerin abgeholt habe. Sie war gerade mal 6 Monate alt, total winzig (wirklich groß geworden ist sie nie) und absolut agressiv. Warum, erfuhr ich sehr bald, denn die Besitzerin teilte mir mit, dass ich die Miez (damals noch Susi) nicht mit der Hand, sondern mit einem GÜRTEL schlagen solle, wenn sie ihre Krallen ausfährt :-(. Kein Wunder, dass das kleine Fellbündel kratzend und fauchend auf jeden Annäherungsversuch reagierte. Also habe ich sie schnell mit nach Hause genommen, und obwohl sie immer ängstlich und ein bischen durchgeknallt geblieben ist, wurde sie sehr viel zutraulicher und ließ sich auch mal "richtig" kuscheln.
Miez, wir vermissen Dich !
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9 comments:

  1. Ach Iris, ich drück Euch ganz dolle ...

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  2. Wie schrecklich... bei sowas kommen mir immer die Tränen, weil ich auch an unsere Tiere denken muss. Ich kann verstehen, was du fühlst und fühle mit dir.

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  3. Ach, Iris, ich fühle mit dir - musste meinen Hund auch wegen eines Tumors einschläfern lassen.
    Das ist eine ganz schreckliche Erfahrung. Fühl dich gedrückt und liebe Grüße
    Monika/scrapin

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  4. Ich drück Dich auch mal - so eine Mieze ist schon etwas Besonderes im Leben und kann unglaublich fehlen.

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  5. oh mensch, das ist so traurig! :o( Fühl dich mal gedrückt! LG Yvonne

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  6. Ach Mensch, das ist ja wirklich traurig. Wenn man so einen kleinen Gefährten gehen lassen muss, hinterlässt das eine große Lücke :-(

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  7. Ach Iris, da muß ich ja sofort mitweinen. Als Katzenmutter verstehe ich deinen Schmerz und drücke dich mal ganz fest. Das Gute daran, auch wenn es ein schwerer Gang war, du konntest sie von ihren Schmerzen erlösen und jetzt geht es ihr besser. Ganz liebe Grüße
    Corinna

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  8. Ich mußte unseren Jimmy auch einschläfern lassen und weiß wie elend du dich jetzt fühlst. Deine Miez hatte ein gutes Zuhause und jetzt eine schöne Ruhestätte. Fühl dich gedrückt!
    LG
    Nicki

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  9. Sarah (FallenAngel)August 10, 2009 at 4:23 PM

    Oh verdammt, mir laufen hier tränen die Backe runder, kann da voll mitfühlen *schnief*
    Herzliches Beileid!

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