Sunday, August 3, 2008

Blog der Woche: Narrenhände

Der Blog dieser Woche ist "Narrenhände" von Kerstin. Er steckt, wie Kerstin sich ausdrückt "noch in den Kinderschuhen", lohnt aber auf jeden Fall einen regelmäßigen "klick". Und das aus mindestens zwei Gründen: Die Layouts sind etwas ganz besonderes und meiner Meinung nach unverwechselbar. Sie sind mutig, originell und das Journaling hat für mich oft etwas von Poesie (seht euch die 11chen an, dann wisst ihr was ich meine) . Dazu kommt Kerstins wunderbar trockener Humor und ihre Art, sich offen und ohne unnützes "drumherumreden" der das Lesen zum reinen Vergnügen macht. Aber seht selbst! Iris: Seit wann scrappst Du, und wie bist Du dazu gekommen? Kerstin: Im August 2007 wollte ich nach einem wunderschönen Sommerurlaub mit Freunden solch ein gedrucktes Fotobuch erstellen und habe im Internet nach origineller Anbietersoftware gesucht. Irgendwie bin ich dann auf Digiscrapseiten geraten und von dort ist es ja nicht weit zum Papier. Völlig fasziniert von diversen Travel-Journals legte ich Schere und Klebstoff kaum noch aus der Hand. Mir ist heute absolut rätselhaft, weshalb Scrapbooking vorher offensichtlich von mir unbemerkt in einem Paralleluniversum existiert hat. Iris: Scrappen bedeutet für Dich ? Kerstin: Kreativität. Mir geht es nicht vordergründig darum, Familienfotos aufzukleben und damit die viel zitierten bleibenden Erinnerungen zu schaffen. Ich mag die Materialien und die Möglichkeiten, die sie bieten. Papier ist so vielseitig zu verwenden – jeden Tag kann man das neu erfinden. Scrappen ist demnach für mich das, was für manch anderen Pinsel und Leinwand oder die Stricknadeln sind. Aber das ist nicht alles. Scrappen hängt für mich auch unmittelbar mit der recht großen Internet-Scrapbooking-Gemeinde in Foren und Blogs zusammen. Ich weiß nicht, ob ich allein mit mir am Basteltisch so viel Freude an der ganzen Sache hätte. Also bedeutet Scrappen für mich auch entspannte Kommunikation, fröhliches Spiel mit der Selbstdarstellung und vermutlich auch Befriedigung des peinlichen Voyeurismus, der in uns allen schlummern mag.
Iris: Inspiration findest Du ??? Kerstin: Natürlich im Internet. Ashley Calder, und ihr wunderschönes Buch "Scraptastic!" sind immer für neue Ideen gut. Ich mag die verschiedenen Arbeiten von Claudine Hellmuth, deren Bücher ich vor allem Collagen-Fans ans Herz legen möchte. Außerdem verfolge ich mehr oder minder erfolgreich die rätselhaften Aktivitäten der genialen „G." – Gloria Froese – die leider ihren Blog geschlossen hat, der man aber hin und wieder in den Weiten des WWW begegnen kann. Ganz besonders beeindruckt bin ich von den Arbeiten Stephanie McAtees. Ich bewundere, wie sie diese gewisse Ernsthaftigkeit in ihre Werke bringt – ich weiß nicht, wie ich es ausdrücken soll – alles sieht sehr „cool" und erwachsen aus, gleichzeitig zeugt auch alles von einer anrührenden Liebe. Faszinierender Mix. So würde ich mich auch gerne ausdrücken können – leider gelingt mir das so gar nicht. Dann fällt mir noch der von mir heiß geliebte trockene Humor der Werke Danyeelas ein. Nur schade, dass diese Inspiration so selten bei mir fruchtet. Davon abgesehen inspiriert mich fast jedes Layout, das ich mir ansehe. Irgendwas Bemerkenswertes daran bleibt immer im Kopf hängen. Es ist mir schon einige Male passiert, dass mir Layouts nach mehreren Wochen noch einmal begegnet sind und ich festgestellt habe, dass ich dieses oder jenes Detail zwischenzeitlich selbst verwendet habe. Und ich muss gestehen, dass mir das nicht immer unbedingt bewusst war. Iris: Hast Du einen bestimmten Scrap-Stil? Wenn ja, welchen? Kerstin: Ich glaube, ich kopiere ganz oft eher den Stil Anderer, als einen eigenen zu haben. Auf jeden Fall nehme ich mir die Freiheit, wirklich alles auszuprobieren, was mir in den Sinn kommt. Skupellos sozusagen. Iris: Welches ist Dein Lieblings-Layout oder Projekt und warum? Kerstin: Mhm, hier bleib ich vermutlich eine zufriedenstellende Antwort schuldig. Eigentlich mag ich immer das am liebsten, was ich als letztes fertiggestellt habe. Was nicht heißt, dass ich alles andere nicht mehr mag, sondern schlicht, dass ich es nicht mehr so interessant finde. Iris: Warum hast Du einen Blog ? Kerstin: Naja, ich lese natürlich viele Scrap-Blogs, oder schaue sie zumindest an, wenn ich ihre vielen Sprachen nicht verstehe. Über Blogs habe ich den Zugang zum Scrapbooking gefunden. Und inzwischen habe ich viele deutschsprachige Bloggerinen in den Foren, in denen ich unterwegs bin, etwas näher kennengelernt. Da ich ein sehr soziales Wesen bin, kam ich irgendwann nicht umhin. Aber eigentlich is Bille Schuld! ;-) Iris: Dein Blog heißt "Narrenhände". Was darf der geneigte Leser daraus schließen ? ;-) Kerstin: Was die sprichwörtlichen Narrenhände machen, weiß wohl jeder. Und für mich stellt der Spruch das dar, was Kreativität ausmacht – scheinbar naives, lustvolles, exzessives und zuweilen zerstörerisches Umherwerfen mit Einfällen. Außerdem mag ich die Figur des Narren, sei es der Hofnarr mit seiner schlauen, beißenden Satire oder der naive Gnom, der mit kindlichem Gemüt von einer absurden Situation in die nächste stolpert, weil er in den Tag hinein lebt und nur auf sein Bauchgefühl hört. Iris: Wo trifft man Dich ? Kerstin: Paperbrautforum, DaniPeuss-Forum und bei Bille im ScrapBookTreff Über mich: Ich bin 37, lebe in Potsdam - schon immer - und lange schon mit Dauerfreund und zehnjähriger Tochter. Ich mag Katzen, wenn sie nicht völlig phlegmatisch daher kommen, meine Wohnung sieht aus wie eine Ikea-Kulisse, nur sehr viel unaufgeräumter. Tagsüber geh ich in’s steuerzahlerfinanzierte Büro zum Aktenabheften. Ich hasse es, abends in's Bett zu gehen, weil ich nicht gern den vergangenen Tag ziehen lasse, wenn das dann nach Mitternacht doch der Fall ist, dann schlaf ich meistens ein, bevor ich beide Beine im Bett hab. Vor Erschöpfung wahrscheinlich. Ich würde gern meine Spiegelreflexkamera verstehen und benutzen können und bei der digitalen Bildbearbeitung eine blasse Ahnung haben, was eigentlich wirklich geschieht, wenn ich an den Reglern drehe. Vermutlich fromme Wünsche, weil ich viel zu wenig Geduld für so viel trockene Theorie habe. Aber ansonsten find ich das alles schon ganz okay. ;-) Zuletzt einen dicken Dank an Iris – es hat mir Spaß gemacht! Ich fand es auch toll und danke Dir, dass Du Dir trotz Urlaubsstress noch die Mühe gemacht hast ! Pin It

5 comments:

  1. Ach, was bin ich froh, dass ich Schuld bin! ;-) Danke Kerstin für den Einblick, danke Iris!

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  2. Erstmal liebe Grüße aus Cannes! Und ich freu mich, hier über mich zu lesen. ;-)

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  3. Viel Sapß im Urlaub Kerstin und lieben Dank für das nette Interview, natürlich auch an Iris. "Narrenhände" ist mittlerweile einer meiner Liebligsblogs geworden. :-)

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  4. es ist schon fast dienstag und ich les Kerstin erst jetzt - oh man...
    Iris danke das du Kerstin interviewt hast... grins und Kerstin danke fürs rede und Antwort stehen...
    Hab mich so gefreut als ich grad gelesen hab wer interviewt wurde...

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  5. Das ich gerne deinen Blog besuche und mich immer wieder über deine Besuche freue ist schon erwähnt.. Dich hier zu lesen war eine zusätzliche Freude.

    Liebe Grüsse
    Gabriela

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